Rohre verlegen

Ich wunderte mich seit einigen Monaten über die Berge großer Pipeline-Rohre, die hier und da in der Landschaft eines von mir häufig besuchten Landstrichs in Nordostdeutschland anzutreffen waren. Wie es sich begab war am Wochenende schönes Wetter und es ergab sich die Gelegenheit zu einer kleinen Expedition zu einer nahegelegenen Verlegestelle.

Die Rohre gehören zur OPAL-Pipeline, die wiederum an der hinlänglich bekannt-umstrittenen NorthStream-Pipeline hängt. Durch das Rohrsystem wird Erdgas aus Rußland unter der Ostsee – also unter Umgehung der Ukraine und Polens – nach Deutschland gepumpt.

Der Druck in den Rohren beträgt bis zu 100 Bar, also so etwa das 20-fache von dem was man so in einem prall gepumpten Fahrradschlauch hat. Die Rohre haben 140 cm Durchmesser. Dementsprechend dick muss auch der Stahl sein. Hier mal der Vergleich zu einem Euro-Stück.

An dieser Baustelle liegt das Rohr schon provisorisch im Graben.

Um so massive Metallmengen zu handhaben braucht es auch recht massige Maschinen. Um die finalen Schweissungen und Dichtigkeitsprüfungen zu machen wird es dann segmentweise nochmal angehoben.

Unter einem kleinen Zelt finden dann die finalen Arbeiten statt. Es hatte in den letzten Tagen ziemlich umfangreich geregnet, da schweisst es sich nicht so toll ohne Witterungsschutz.

In unmittelbarer Nähe kreuzt hier ein Telefonkabel die Rohrtrasse, vermutlich der Grund für die Anbringung von etwas das wie ein Sensorkopf aussieht am Rohr. Die Telemetriedaten des Sensors können so relativ stressfrei übertragen werden. Denkbar ist natürlich auch, daß es parallel zur Rohrtrasse noch einen Schacht für Kabel gibt und der Anbringungsort des Sensors nur Zufall ist. Aus Redundanz- und Sicherheitserwägungen würde es aber schon eher sinnvoll sein, vorhandene Telecom-Infrastruktur zu nutzen.

Das Rohr selbst ist mit einer ziemlich soliden Plasteschicht ummantelt, die jeweils an den Enden aufhört, wo dann das nächste Segment angeschweisst wird. Die Schweissnaht sieht so massiv aus, wie der kleinbusgroße Schweisstrafo, der auf einem eigenen Kettenfahrzeug montiert ist, vermuten ließ.

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