Am [[Rubikon]] des Weltwissens
Nachdem ich über das Chaosradio zur Wikipedia-Debatte letzte Woche eine Runde in Ruhe nachdenken konnte, scheint es mir sinnvoll, mal eine Vision und einen konkreten Vorschlag für die Diskussion bei der Wikimedia am Donnerstag zu formulieren.
So wie sich mir die Lage darstellt, ist insbesondere die deutsche Wikipedia in einem grandiosen Zielkonflikt gefangen, der sich mit den jetzigen Strukturen und Regeln nicht auflösen läßt.
Der postulierte Anspruch, die neue, verläßliche Universal-Enzyklopädie mit hohen Qualitätskriterien zu werden, ist ein ehrenwertes Ziel. Angesichts des unaufhaltbaren Verröchelns der gedruckten Enzyklopädien gibt es ganz klar eine klaffende Lücke, die gefüllt werden muß. Nachdem Brockhaus, Meyers & Co. kein Geschäftsmodell mehr haben, fällt diese Aufgabe offensichtlich der Wikipedia zu. Der Sieger über den alten Herrscher wird der neue. Damit scheint ein Teil der derzeit aktiven Wikipedianer auch ganz zufrieden zu sein, mit berechtigtem Stolz auf den eroberten Mantel des alten Lexikon-Kaisers. Sicher, es gibt gewisse Zweifel darüber, wen oder was man ohne Papiervorbild als Relevanzreferenz nehmen soll, aber das wird sich schon noch klären. Auch wenn eine Enzyklopädie nie mit wissenschaftlicher Zitierbarkeit geadelt werden kann (sie sammelt per Definition nur Sekundärwissen und faßt zusammen), so wäre es doch schön, gäbe es verläßliche Zusammenfassungen plus beständige, zitierfreundliche Verweise auf die Primärquellen zu Themen von langfristiger Bedeutung.
Dummerweise kollidiert diese Zielsetzung mit zwei nicht ganz unwesentlichen Faktoren.
Zum einen ist das alte Wikipedia-Mantra “Everyone can edit!” dafür vollständig ungeeignet. Eine solche echte Enzyklopädie läßt sich in der Tat nicht erstellen und aufrechterhalten, solange ein Großteil der Arbeitskraft der Freiwilligen für Vandalismusbekämpfung draufgeht. De facto hat sich die deutsche Wikipedia von diesem Grundsatz auch schon verabschiedet. Nun heißt es subtil: “Gute Autoren willkommen!” Trotzdem kann noch jeder überall sofort auf “Bearbeiten” klicken und wird in der Illusion gelassen, er könne beitragen. Nur um dann seinen mühsam ziselierten Artikel im Orkus der Löschhölle verschwinden zu sehen und, im Optimalfall, mit einer halben Zeile unverständlicher “Siehe WP:Whatever”-Akronyme als Begründung zurückgelassen zu werden. “Everyone can edit!” ist, genauso wie “Sei mutig!”, mittlerweile nur noch unehrlich, unfair und kaum mehr als ein verlogenes Spendensammel-Argument. Vermutlich ist die Anzahl von Autoren, die eine realistische Chance haben, einen Artikel dauerhaft in der deutschen Wikipedia zu hinterlassen, inzwischen kaum noch größer als es das Autorenkollektiv des Brockhaus zu Bestzeiten war.
Zum anderen ist der Hochwertenzyklopädie-Plan unvereinbar mit dem sich immer lauter und nachdrücklicher artikulierenden Anspruch der Netzgemeinde, daß die Wikipedia das Lexikon des modernen Lebens sein soll, inklusive aller schnelllebigen, popkulturellen und vielleicht erst später wirklich relevanten oder auch abseitigen Themen. Die allgemeine Nutzererwartung ist: “Wenn ich von etwas Unbekanntem höre, will ich als ersten Google-Hit einen Wikipedia-Eintrag sehen, damit ich mich schnell, kompakt und halbwegs verläßlich informieren kann.” Die englische Wikipedia ist die einzige Webseite, die auf dem Amazon Kindle international zugänglich ist. Aus den rauchenden Trümmern des OpenMoko-Projektes ist ein Wikipedia-Gerät entstanden. Das sind nur die Anfänge eines Trends. Die Wikipedia wird ihre Rolle als Lexikon des modernen Lebens nicht verdrängen können.
Ja, laßt uns das Kind beim Namen nennen: Wir wollen eben auch einen Hitchhikers Guide to the Galaxy, nicht nur eine Encyclopedia Galactica.
Aus meiner Sicht gibt es für den Problemkomplex nur eine Lösung: eine zweigliedrige Wikipedia.
1. Eine Enzyklo-Pedia mit echtem Brockhaus2.0-Anspruch, begrenzter Autorenschaft und hohen Relevanz- und Qualitätskriterien.
2. Eine Wiki-Pedia mit entspannten Kriterien, echtem “Everyone can edit!” und klar inkludistischem Programm.
Die Wiki-Pedia benötigt ein grundlegend reformiertes technisches und organisatorisches System, mit Software aus dem 21. Jahrhundert, die heutigen Ansprüchen an webbasiertes Wissens- und Debattenmanagement genügt. Eine Software, die neue Autoren an die Hand nimmt und bestmöglich dabei unterstützt, korrekte Artikel zu verfassen und zu verbessern. Ich würde sogar akzeptieren, wäre eine Minimalregistrierung mit E-Mail-Adresse notwendig, um von vornherein den ganz stumpfen Vandalismus zu minimieren. Ansonsten sollte in der Wiki-Pedia kein Wissen irrelevant sein, sondern ausschließlich nach Korrektheit, Werbefreiheit und Beachtung von Gesetzen und Persönlichkeitsrechten bewertet werden. Entscheidungsstrukturen müssen transparent, Vorgänge und Kriterien einfach verständlich sein.
“Wer soll das denn alles sichten und managen und die Software dafür bauen?”, werfen an dieser Stelle verdiente Wikipedianer ein. Nun, wie wäre es mit all den Leuten, die Ihr in den letzten fünf Jahren verprellt habt? Wenn ich höre, daß selbst viele Autoren im Mentoring-Programm nach ein oder zwei Artikeln aufhören, weil sie keine Lust haben, mehr Arbeit in das nicht-gelöscht-Werden zu stecken, als in den Artikel, sehe ich da ein wirklich großes Potential. Die Frustration all derer, die das “Everyone can edit!” noch ernstnahmen, ist bis dato vernichtete Energie. Und Autoren, die sich in der Wiki-Pedia bewährt haben, fühlen sich sicher geehrt, wenn sie gefragt werden, ob sie an der Enzyklo-Pedia mitwirken wollen. Gute Artikel zu schreiben ist auch einfach Übungssache. Nach welchen Kriterien Artikel und Autoren von der Wiki-Pedia in die Enzyklo-Pedia gelangen, darüber kann man trefflich streiten. Ich maße mir nicht an, dafür einen umfassenden Vorschlag zu unterbreiten, jedoch ist vollkommen klar, daß es einfacher ist, unter motivierten, aktiven Autoren diejenigen zu finden, die was können, als nur Glückstreffer aus einer im Kern frustrierten Masse zu landen.
Ein weiteres Optimierungspotential ist das – nennen wir es mal beim Namen – byzantinische Prinzip, nach dem derzeit Informationen und Diskussionen in der Wikipedia verwaltet werden. Die Software ist dringend überholungbedürftig, und sie braucht ein User-Interface aus diesem Jahrtausend. Auch dafür braucht es Freiwillige, und zwar motivierte Freiwillige. Auf Dauer ist die Anzahl von Leuten, die bereit ist, Zeit und Herzblut in die Wartung und Expansion der Softwarebasis eines reinen Eliteprojektes (und so wird die derzeitige deutsche Wikipedia immer mehr empfunden) zu stecken, gering. Das zeigt sich auch darin, wie lange es dauert, bis selbst minimale Verbesserungen implementiert werden.
Bis wir bei einer zweigliedrigen Wikipedia ankommen, wird es eine Weile dauern. Bis dahin müssen jedoch einige schnelle Maßnahmen ergriffen werden. Als eine erste vertrauensbildende Maßnahme muß der Wikimedia e. V. die Einrichtung und den Betrieb einer Deletopedia für die deutschsprachige Wikipedia bezahlen. Alle Artikel, die wegen Irrelevanz, umstrittenen unbelegten Fakten, oder mangelndem Enzyklopädismus gelöscht werden, müssen dort zu finden sein – und zwar schnell. Wikimedia hat genügend Spendengelder auf der hohen Kante, es kann also keine Ausrede geben, die nicht als lahm erscheint. Falls es bei so einem einfachen Projekt zu “Problemen” und “Verzögerungen” käme, wäre auch noch der letzte Rest Vertrauen verspielt. Dann müssen wir wohl die deutsche Wikipedia forken, und zwar gründlich.
Update: Eine Reihe Kommentare waren leider im Spamfilter hängengeblieben und mußten per Hand befreit werden. Bitte um Entschuldigung und Danke für die Hinweise.
Ich glaube nicht daran, dass die Wikipedia im Sinn hatte, das Wissen zu sammeln, das die Menschen für sammlungswürdig befänden. Unter welchen Relevanzkriterien auch immer. nein, es scheint mir doch eher ein Ort zu sein, an dem Informationen über die neuen Medien normalisiert werden.
Mehr noch, scheint es eine höhere Zahl von Admins zu geben, die genau ins System passen, dass mehr gelöscht und kontrolliert als logisch gedacht und argumentiert wird.
http://de.wikipedia.org/wiki/Benutzer:Avatar/Wer_schreibt_die_Wikipedia
(Jim Wales darin: “Die Wikipedia wurde eigentlich von einer “Gemeinschaft … einer engagierten Gruppe von einigen hundert Freiwilligen” geschrieben”.)
dokumentiert ganz gut, wie wohl der Gedanke dahinter aussieht. Dass Wales die Idee selbst herunterspielt, zeigt finde ich, worauf das hinauslaufen soll.
Auch ich wünsche mir “etwas wie die Wikipedia” und war BEGEISTERT, als ich sie immer mehr kennengelernt habe. Aber was ich _auch_ gelernt habe ist, dass ich mich sehr wohl auf viele Sachen verlassen kann, die dort geschrieben sind, aber dass sehr vieles NICHT geschrieben ist, in einzelnen Artikeln, das wirklich wichtig gewesen wäre. Und oft wurde das mit lächerlichen “Begründungen” rausgefiltert. Oder eben ganze Artikel fehlen, weil sie gelöscht wurden und so weiter.
Ich habe auch mehrere Löschdiskussionen bei wirklich interessanten Fällen mitgelesen, wo für mich keine Zweifel blieben, dass diese Leute, dieser Admin einfach keine Lust auf eine Diskussion hatte und nicht wirklich versucht hat zu helfen, sondern zu löschen (was ich anfangs wirklich nicht fassen wollte; auch dass sie die Leute so behandeln ließen). Das war zu der Zeit als in Deutschland (ich meine in der deutschen wikipedia) die gesichteten und geprüften Versionen “eingeführt” wurden, denn Abstimmung und Meinungen dazu gab es viele verschiedene, das Ergebnis wurde aber nach vieler Leute Maßstab “plötzlich” eingeführt (und entgegen Nutzerwillen?) und mit einigen Mängeln wie Aussehen und Javascript-Abhängigkeit, die wirklich nicht auftauchen sollten (und wahrscheinlich auch nicht würden) bei einer länger geplanten “allgemein” akzeptierten Änderung. Ich empfand das als Farce. Es war vielen Leuten nicht klar, wo die Wikipedia so sehr unverlässlich und/oder schlecht geschrieben ist – was vor allem auch nicht durch jemanden mit Wissen und einem oder zwei Klicks verbessert hätte werden können-, dass so etwas nötig ist.
Im Gegenteil, ziemlich viele Kommentare haben sich nicht darüber gefreut, noch mehr Bürokratie aufgedrängt zu bekommen. Das Gefühl war, dass es hiervon wirklich schon genug gab.
Als Totschlagargument wurde ein bisschen das gebraucht, was “die Medien” über Wikipedia sagen, dass man sie in wissenschaftlichen Arbeiten nicht zitieren soll, und so weiter. Für mich war das damals schon der deutliche Beweis dafür, dass die noch stärker anfangen wollen zu filtern mit dem Ziel, weniger Abweichungen von der Denk-”Norm” hinter solch Regeln wie für Relevanz und “Original Research” zuzulassen.
Dass diese Form der Zensur + Zugangserschwerung (denn es war ja beides, die Klickanzahl zu echter Beteiligung wurde erhöht und der Reiz seine Änderung publiziert zu sehen, genommen, also die Erwartung an die Idee der Wikipedia; die Hoffnung auf Vertrauen) dann auch noch das Symbol eines stilisierten Auges mit Augapfel bekam, war an Ironie nicht mehr zu überbieten. (CBS-Logo, Fernsehkanal in USA, von viacom.; Illuminati; Kameraüberwachung, usw.)
(viacom ist einer der fünf großen, stand 2004:
- AOL Time Warner
- Viacom
- NBC Universal
- Bertelsmann
- Murdoch (News Corp.).
aus: “Das Medienmonopol”
“As of 2008, Viacom is one of the world’s largest media conglomerates, behind Walt Disney Company and News Corporation.” (http://en.wikipedia.org/wiki/Viacom))
So kann ich davon ausgehen, dass ich auf jeden Fall woanders schauen muss, im Internet immernoch, um kritische oder sonstige wichtige Sachen betreffs vieler Themen zu lesen.
Ich möchte einfach mal untersuchen, wie das also so gekommen ist, wieso die Wikipedia so groß ist, was sie so toll macht, und was sie nicht gut macht. Nupedia und GNUpedia waren die Vorgänger, Nupedia war dann aus irgendwelchen Gründen schneller, erfolgreicher.
Bei der Mitarbeit an Wikipedia haben mich bisher abgehalten, dass ich verhältnismäßig genau erklären muss, wer ich bin, um überhaupt mitmachen zu dürfen, denn mit Tor kann man nicht mitarbeiten, und wenn man nicht angemeldet ist, wird man seiner Pseudonymität durch die angezeigte IP-Adresse beraubt. Wenn man sich anmeldet, ist man nicht mehr wirklich anonym, da verschiedene Artikel ein Netzwerk meiner Veränderungen ergeben, und wenn mir solche Steine in den Weg gelegt werden, und mir von vorneherein misstraut wird, sinkt die Lust, mich dort dann auch noch erstmal in jegliche Regeln mit unverständlichen Abkürzungen einzuarbeiten. Leider.
“Die gefährlichsten
Massenvernichtungswaffen
sind die Massenmedien.
Denn sie zerstören den Geist,
die Kreativität und den Mut der
Menschen, und ersetzen diese mit
Angst, Misstrauen, Schuld und
Selbstzweifel.”
M.A.Verick
insofern zählt die wikipedia zu den massenmedien, denn kreativität wird regelmäßig aus artikeln rausgefiltert, kreativität, werden jetzt wieder welche sagen, ist dort unerwünscht, dort zählten “harte fakten”, aber nein, würde ich dann sagen, kreativität ist das was uns ausmacht, und ein guter artikel hat neben harten fakten eben auch einen schreibstil, der spaß macht, und das kriegt man schwer hin, wenn einem die sätze vor der nase weggelöscht werden, und das was übrigbleibt, einen laschen zusammenhang hergibt. soviel dazu. außerdem ist es kein projekt, das mich reizt, wenn dort mit kreativität und konstruktivität so feindlich umgegangen wird, wie ich es bei diesen diskussionen mitlesen konnte.
um ein wirkliches “massenmedium” zu sein, muss man es auch wollen. von beiden seiten- die fernsehenzeitungenradio-massenmedien sind strukturelle verlierer, wenn sie aufbauen darauf, dass viele sie hören, und wenige sich beteiligen dürfen. das war bisher der vorteil an wikipedia. und das ist generell die sache mit dem internet. das, was es so interessant macht.
ihr habt euch ja da jemanden ausgesucht in cr151. ich kenne diese person nicht, aber wie sie sich verhalten hat, hat klare linien offenbart. wie auch danach das treffen wohl ein vorsichtig unterschätzendes spiel war. eine frage, die er nicht beantworten wollte war, warum die gelöschten artikel auch völlig verschwinden, also zensiert werden, anstatt sie einfach in die kategorie “abgelehnt” zu schieben, wo man sich ihrer texte immer noch hätte bedienen können. wenn man jedesmal einen admin fragen muss, ist das doppelt schlecht; admins bekommen weitere macht, benutzer sind von ihnen abhängig. nicht nur, dass ihnen die artikel weggelöscht (zensiert) werden, wenn sich einige admins darauf einigen, sondern ihre arbeit wird auch noch beschlagnahmt.
Vielleicht erinnert sich noch jemand, wie das damals war, auf dieser Seite unten hört sich das nicht so an, wie es in den Artikeln dargestellt wird.
http://en.wikipedia.org/wiki/Talk:GNUPedia
Ein Gerücht zu den gesichteten Versionen ist, dass “Jimbo” Wales persönliche Aufträge an Admin(s) gegeben hat, das in Deutschland (probeweise?) durchzudrücken.
Ich habe in der Zeit seit den gesichteten Versionen (2008) und davor schon etliche Benutzerseiten gesehen, deren Autoren sich zurückgezogen hatten aus Gründen des Machtmissbrauchs von Admins. In der englischen und der deutschen Wikipedia. Seit einiger Zeit lese ich hauptsächlich die englische, da es dort gefühl mehr Informationen gibt und auch nicht jeder möglicherweise “irrelevante” Text gleich wieder gelöscht wird.
Die Seite http://www.wikitruth.info/ wurde von solchen Leuten gemacht.
Ich habe so meine Theorien entwickelt mit der Zeit, zu dem was ich mir vorstelle und vor allem auch dachte, dass Wikipedia ist/Ansprüche an den eigenen Charakter hat und dem wie es ist und warum es wohl so ist.
Eine davon zuletzt noch ist, dass die Sorge um “Vandalismus” sehr oft höher gewertet wurde als ich es für nötig halte. Denn offensichtlichen Vandalismus habe ich weniger als 5mal (wenn nicht noch seltener) bemerkt. Dies oft gepaart mit dem höheren Anspruch an die Korrektheit der W. Mir erscheint das als unbeholfener Ausdruck des Gefühls, dass Menschen generell gefährlich sind, vor allem wenn sie unbekannt sind… analog zur “Kerromunistenhetze”.
Vielleicht finde ich noch die Diskussionen um die gesichteten Versionen irgendwo.
Ich sehe es auch so, dass großenteils die Leute mit guten Ideen durch die Art wie sie sich behandelt fühlten, wenn ihre Ideen abgelehnt wurden, ihre Art Artikel zu schreiben, ihre Form, Inhalte zu vermitteln, durch die Form der Wikipedia abgeschreckt wurden, weil es nicht das war, was sie versprach. Ich stufe das als “breitbandigen” Negativ-Effekt ein. Ich bin mir auch nicht sicher, wie das mit der Verbindung zu J. Wales ist, wo der noch im Aufsichtsrat von der Foundation sitzt oder sowas, und wer sonst dort Einfluss hat, oder schlicht – wessen Einfluss sich zeigt. Schließlich spielt man mit voreiligem und undurchsichtigem Löschen nicht der Idee von freiem Wissen zu.
Ich würde gerne, bevor ich weiß, was ich konstruktiv gut finden könnte, hören, was Leute sagen, die sich von Wikipedia entfernt haben über den Zeitraum der letzten Jahre.
@classless:
Wer fürchtet, andere schreiben Dinge die er nicht sehen will (oder die er meint, würden andere (andere andere) nicht interessieren), der muss Relevanzkriterien aufstellen, möglichst enge, das sehe ich auch so.
sfoomed (P) jabber ccc de
http://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:Umfragen/Akzeptanz_des_neuen_Verfahrens_%C2%ABGesichtete_und_gepr%C3%BCfte_Versionen%C2%BB
“Contra Meine erste Reaktion war “Na toll, eine wesentliche Änderung, ohne vorher eine Umfrage in der Community zu wagen”. Meine zweite Reaktion war “Hört sich ja eigentlich gar nicht so schlecht an”. Doch nach meinen letzten Erfahrungen, kann ich mich nur den Vorrednern anschließen. Auch bevor das “Gesichtet” eingeführt wurde, hatten Vandalen eine eher eingschränkte Lebensdauer in WP. Was, wann, auf welche Weise und von wem in einem zweiten Schritt “Geprüft” werden soll, bleibt weitgehend dunkel. Für Leute (wie mich), die sich in erster Linie mit dem Starten neuer Artikel und dem Erweitern bestehender Beiträge befassen, hat die Neuerung etwas unfreiwillig Komisches, denn ich beobachte mit stark nachlassender Begeisterung, dass profunde Ergänzungen ernsthafter Artikelbearbeiter mit dem hanebüchenen Unsinn einiger Selbstdarsteller in denselben Topf (genannt “Entwurf”) gerührt werden, um dann nach ein paar Tagen unterschiedslos in den Artikeln aufzugehen. Soll das jetzt in erster Linie ein “Vandalismus-Check” sein? Oder doch irgendwie eine Art “redaktioneller Eingriff”? Hoffentlich endet das nicht irgendwann in Bertelsmann-geprüften Versionen ;-) Und wenn, dann auf alle Fälle ohne mich! –Bogart99 20:10, 20. Jun. 2008 (CEST)”
“# Unbrauchbar. Offensichtlicher Vandalismus ist nicht das Problem von Wikipedia. Hoher Aufwand, Ertrag eher negativ: jede Menge neue undurchschaubare Reiterchen und dgl. Generell scheint mir die Vorstellung, für inhaltliche Probleme technische Lösungen anbieten zu müssen, unterkomplex. Was passiert, ist: Die inhaltlichen Fragen werden verdeckt per Technik entschieden (meiner Ansicht nach auch noch falsch).–Mautpreller 12:23, 21. Jun. 2008 (CEST)
# Keine wirkliche Verbesserung, zu viel Aufwand. Dass Bearbeitungen von IPs erst gesichtet werden müssen, um übernommen zu werden, ist direkt schädlich – hier geht eine Menge Potenzial verloren. –Sasik 23:19, 21. Jun. 2008 (CEST)
# Stimmt, ich z. B. mache hier auch nichts mehr! –84.56.232.182 01:38, 22. Jun. 2008 (CEST)”
“Anfangs war ich ein Befürworter von Sichtungen. Nach einigen unschönen Erfahrungen muss ich meine Meinung jedoch ändern. Gründe:
1. Autoren “mit Sichtungsbefugnis” sichten ihre eigenen Änderungen (quasi der Prüfer prüft sich selbst – nett!)
2. Autoren “mit Sichtungsbefugnis” neigen dazu sich zu einer Art Oberlehrer aufzuschwingen (“ich sichte – ergo sum”)
3. Was bringt eine Sichtung wenn Sichtungsbefugte rumlaufen und überall nur ihren Sichtungsprüfstempel draufmachen, nur damit sie Ihren Namen lesen. Wenn einer Sichtungen macht, dann sollte er auch den Artikel wirklich prüfen. Zum Teil kann aus dem Zeitstempeln im Log erkannt werden, dass die Zeitspanne zwischen letzter Änderung und Sichtung unmöglich für eine intensive Sichtungsarbeit des Artikels gereicht haben kann.
4. Wer prüft eigentlich den Sichtungsbefugten?
5. Wozu braucht es weitere Hierarchien bei Wikipedia? Er reichen schon Admins, Löschungsbefugte, Sperrbefugte, Account-Rauswerf-Befugte usw.
Konsequenz: Warum machen wir hier in Deutschland eine Extrawurst für alle Möchtegerne-Oberlehrer und lassen es nicht so wie in USA/sonstwo. –Ernstol 14:08, 22. Jun. 2008 (CEST) ”
“Absolut Contra. Unsinnige Vorzensur, die in 99% der Fälle sinnvolle Verbesserungen zeitnah dem allgemeinem Publikum vorenthält. “Sichtungsrecht” dürfte schnellstens zum Tummelplatz für “neu-Rechtschreib-” oder “Komma-korrigier-Fanatikern” verkommen. –zenwort 12:00, 24. Jun. 2008 (CEST}”
ganz unten
” Warum darf man sich hierüber lustig machen, aber die Gesichtet-Tags müssen wir alle ungefragt schlucken? Und dürfen nicht mal lachen.–Löschfix 03:21, 13. Jun. 2008 (CEST) ”
“WMF
Apropos Umfragen: Ich habe mal den Kandidaten der momentan laufenden Wahl für den Vorstand der Wikimedia Foundation die Frage gestellt, was sie denn so von gesichteten Versionen halten. Gruß, Stefan64 08:21, 2. Jun. 2008 (CEST)
Sehr vernünftig. Denn dort ist eine der richtigen Adressen. Anders als das zum Teil sehr peinliche Vereinsbashing, das hier von einigen Seiten betrieben wird. Interessanterweise habe ich von mehreren Seiten des Vorstandes gehört, daß sie mit der Einführung der GVs gar nichts zu tun hatten und sie (mittlerweile) selbt für ungeeignet halten irgendwas zu verbessern. Aber es hat gezeigt, daß man selbst als Einzelner in diesem Projekt mit der nötigen Energie etwas nachhaltig bewirken kann. Ob Huldigen oder Verdammen (je nach Sichtweise), die GVs sind kein Ergebnis der Arbeit von WMD, sondern von P. Birken, der sich hinter eine Sache geklemmt hat, die schon seit Jahren geplant war, die aber Niemand bei der WMF voran getrieben hat. Einerseits ist das schon beeindruckend, was man als Einzelner initiieren kann, andererseits ist es auch beängstigend.
Von der WMD ist einfach keine Führung zu erwarten. Wer etwas Bewegen will in diesem Projekt, muß es selbst vorantreiben. Darum sind einige der Kandidatenstatements für das Board auch äußerst peinlich. Was die nicht alles (auf der en-WP) machen wollen… – steht ihnen als Board gar nicht zu. Die Frage ist nun auch – wer hat denn überhaupt über die GVs zu entscheiden? Ganz ehrlich – ich weiß es nicht. Ich würde das an Stelle der Foundation nicht gegen den Willen einer Comunity durchprügeln wollen. Schon gar nicht, wenn es wie es sich jetzt schon abzeichnet erstklassige Autoren kostet, die diese Zwikalssengesellschaft nicht für akzeptabel halten. Andererseits könnte man auch sagen, daß diese Sache im Interesse des gesamten Projektes liegt – dann müßte die WMF auch entscheiden, ob die hiesige Testlauf (etwas anderes ist es noch nicht!) endgültig wird und ob die GV auch in anderen Projekten übernommen werden. Ohne diesen Test würde man noch in 40 Jahren von den Geprüften Versionen reden, als Messias und Gott in einem. Jetzt wissen wir, wie es sich auswirkt. Nachdem sich aber seit 4 Jahren in der WMF kein Aas für die GV interessiert hat, kann ich mir nicht vorstellen, daß man das jetzt mit aller Gewalt gegen die Erfahrungen und den Willen der Comunity durchsetzt. Es ist ja auch nicht grade ein finanzieller Verlust für die WMF. Also sollten sie kein großes Problem damit haben zu sagen “OK, lassen wir es besser”. Marcus Cyron in memoriam Heinrich Kwiatkowski 10:39, 2. Jun. 2008 (CEST)
Fein gemacht, Herr 64. –Asthma 21:37, 2. Jun. 2008 (CEST) ”
Die Diskussionsseite dazu ist auch interessant.
[...] (1) de.wikipedia.org Relevanzkriterien (2) de.wikipedia.org Seite zu MOGIS (3) bspw aggregat7.ath.cx – 99 Prozent aller Deutschen sind irrelevant (4) leonweber.de, fuechseblog.de spreeblick.com (5) heise.de newsticker – Deutsche Wikipedia ist besser (6) Wikimedia Foundation Vision (7) blog.wikimedia.de Relevanz in der Diskussion (8) frank.geekheim.de [...]
Hallo Frank.
ich hatte gestern zwei Kommentare geschrieben, die sind im Spam-Filter gelandet. Kannst du sie freischalten?
gruß
@ LivingOn: Deinen Vorschlag halte ich für den besten. Wenn man ein neues Projekt eröffnet, zB wiki-waste, dann sammelt sich da sowieso nur Mist. Wer echte Informationen schreiben oder suchen will, ruft doch keine Seite auf, die schon das Wort “Müll” im Namen trägt, oder? Status an jeden Artikel, fertig. Das ganze noch hübsch in bunt (zB Enzyklo-Artikel grün hinterlegt), und auch dem Laien-Internet-User wird klar, was das bedeutet.
[...] Kritik kann man inzwischen auch an anderer Stelle lesen, etwa hier (citizen-cam Blog) und da (Knowledge Brings Fear). Aber ob das etwas nützen [...]
[...] Németországban felmerült, hogy forkolják a wikipedia.de-t, mert túl sok cikket törölnek a németesen bürokrata adminok, amivel sokan nem értenek egyet. a vita már hetek óta tart, nagyon szórakoztató. A kedvenc fejleményem, hogy a wikipedia platformot es a git-et össze akarják házasítani, mindenkinek saját checkoutja lehet a wikipediából, ez lenne a megafork. :) [...]